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Ein Blick in unseren Garten
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Ansprechpartner:
Johann Wiesholler
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Warum
Die heutige Landwirtschaft hat sich nach den Aussagen des
Welt-Agrarberichtes
von 2008 nicht wirklich positiv entwickelt. Seitdem sind viele Jahre vergangen.
In dieser Zeit entstanden auch bei uns in der Region riesige Hallen, in denen Milchwirtschaft
im großen Stil betrieben wird. Fast alle dieser Betriebe wirtschaften konventionell,
und auch Bio-Betriebe sind diesem Intensivierungsdruck ausgeliefert.
In Ackerbaugebieten entstanden viele Biogasanlagen, welche zum größten Teil mit Mais „gefüttert“ werden.
Diese intensive Art des Wirtschaftens in der Landwirtschaft zerstört unsere wichtigste Lebensgrundlage: den Boden.
Heutzutage sind produzierte Lebensmittel optisch bestens für den Verbraucher „hergerichtet“,
jedoch ist seit 1985 der Nachweis erbracht, dass die Nährstoffdichte kontinuierlich abgenommen hat.
Das ist auf intensive Landwirtschaft (Bodenverarmung), Ertragszüchtung und auch lange Lieferketten zurückzuführen.
Studien zeigen Rückgänge bei Mineralstoffen und Vitaminen um bis zu 50 % (z. B. in Weizen, Obst und Gemüse).
Das bedeutet: Man müsste teilweise doppelt so viel essen, um dieselbe Menge an Inhaltsstoffen aufzunehmen.
Warum ist das so?
Die industrielle Landwirtschaft ist eine Erfindung der USA, da diese Angst hatten,
dass hungernde Mexikaner ihr Land überfluten könnten. Aus diesem Grund halfen sie den Mexikanern,
diese Art der Landwirtschaft zu etablieren – was von der Menge der Lebensmittel her dann auch funktionierte.
Das stellte sich als ein sehr gutes Geschäft für die US-Amerikaner heraus.
Dasselbe Vorgehen wurde dann auch in Indien wiederholt, um dieses System daraufhin weltweit zu etablieren.
Industrielle, konventionelle Landwirtschaft basiert in erster Linie auf dem Einsatz von Erdöl
und anderen fossilen Energieträgern, aus welchen dann verschiedene chemische Spritzmittel
und künstliche Dünger produziert wurden. Natürlich ist auch die Züchtung hybrider Sorten
sehr wichtig in diesem System (nicht samenfest).
Was hat uns das gebracht?
Mehr Ernährungssicherheit und dadurch eine Vermehrung der Menschheit auf 8 Milliarden.
Bodenverluste durch Erosion und andere Zerstörung: 10 Millionen ha Ackerland jährlich weltweit.
Rund 20–25 % der Böden sind weltweit bereits degeneriert.
Mikroplastik in unseren Lebensmitteln: Der größte Anteil ist der Reifenabrieb, der uns belastet
und sich überall flächendeckend verteilt. Dagegen können wir uns auch nicht durch ökologische Lebensmittel wehren!
Das allergrößte Problem der industriellen Landwirtschaft ist, dass sie sehr anfällig ist:
Bei jeder größeren Krise, welche die Lieferketten stört, wird sie ausfallen.
Jeder heutige Bauer ist total abhängig von Rohstoffen, Ersatzteilen, Dünger und Saatgut.
Was hat das mit dem Gemeinschaftsgarten zu tun?
Bei einer weiteren Entwicklung, wie wir sie jetzt haben – Bevölkerungswachstum, Ressourcen- und Energieverbrauch,
Abnahme der Biodiversität usw. – werden auf uns große Probleme zukommen. Das ist sicher.
Diese Probleme wird uns niemand abnehmen.
Wir müssen selbst etwas tun – nicht irgendwann, sondern jetzt!
Jetzt ist vieles noch sehr einfach. Wenn wir erst einmal in einer – wie auch immer gearteten – Krise stecken,
dann wird es schwierig; deshalb der Gemeinschaftsgarten. Die Lebensmittelversorgung ist der Garant jeder Kultur.
Wir sollten Strukturen aufbauen, die auch funktionieren, wenn nichts mehr funktioniert.
- Eine Ortschaft wie Chieming hat keine Lebensmittellager.
- Alle Lebensmittel kommen „just in time“ zum sofortigen Verbrauch.
- Kaum ein privater Haushalt hat die Möglichkeiten der Einlagerung.
- Wenige haben noch das Wissen um die Haltbarmachung von Nahrungsmitteln – auch ohne Kältetechnik.
- Samengewinnung oder Anbautechniken sind beinahe verlorengegangen.
Beim Projekt Gemeinschaftsgarten
geht es fürs Erste um die ökologische Produktion von Lebensmitteln, aber es geht auch um ein Miteinander:
etwas miteinander in die Hand nehmen, zusammen neue Dinge anfangen. Wissen über die Erzeugung von Gemüse zu gewinnen,
zu vertiefen und auch weiterzugeben – nicht theoretisch, nicht mit Subventionen, sondern mit konsequenter Umsetzung.
Der Garten ist in Beet-Kultur aufgebaut. Wir haben einen DDR-Geräteträger (Traktor), mit dem wir die Beete vorbereiten.
Wir besprechen jede Gartensaison aufs Neue, was und wie viel angebaut wird. Wir legen Wert auf Mischkultur,
aber nur beetweise. Der Ertrag ist uns wichtig – mit möglichst wenig Arbeit. Der Arbeitseinsatz jedes Einzelnen ist nicht gering.
Wir treffen uns mehr oder weniger jeden Samstag Nachmittag, teilweise auch unter der Woche. Der Garten determiniert, was ansteht
– oder natürlich auch die Wetterlage.
Beim Gemeinschaftsgarten mitzumachen ist auch eine Entscheidung und muss einem wichtig sein.
Es geht zwar auch um Gemeinschaft, jedoch ist das nicht der Hauptgrund für den Garten.
Jeden ersten Samstag im Monat findet ein Gartenarbeitsfest statt: Essen, Grillen usw. – da kommt Freude auf,
und der kulinarische Genuss kann sich sehen lassen.
Die Ernte unserer Gemeinschaftsgartenprodukte:
Ernten kann jeder selbstständig – unter Berücksichtigung der anderen Mitgärtler. Bisher hat dieser Ablauf bestens funktioniert.
Die Mitgliedschaft für eine Einzelperson beträgt 150 Euro pro Saison, für Familien 300 Euro pro Saison.
Parteien, Religion oder Esoterik müssen Privatsache bleiben. Jeder in der Gartengemeinschaft,
egal welchen Hintergrund er hat, soll sich wohlfühlen. Wir verzichten auf Vernetzung mit anderen Projekten,
wenn diese esoterische oder politische Hintergründe oder Werbung diesbezüglich aufweisen.
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